Kritik der Urteilskraft
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Einleitung
Die beiden ersten Kritiken hatten eine Kluft hinterlassen zwischen der Natur, die notwendigen Gesetzen unterliegt, und der sittlichen Welt der Freiheit. In der dritten Kritik sucht Kant sie durch die Urteilskraft zu überbrücken. Der erste Teil ist die Kritik der ästhetischen Urteilskraft. Er analysiert das Schöne, „Wohlgefallen ohne alles Interesse“, „Zweckmäßigkeit ohne Zweck“, dessen Urteil, obgleich auf individuellem Gefühl beruhend, jedermanns Zustimmung fordert; er analysiert das Erhabene, bei dem wir angesichts des grenzenlosen Ozeans oder des tobenden Sturms unsere Kleinheit fühlen und doch der Größe der Vernunft in uns innewerden; und er behandelt Genie und Kunst. Der zweite Teil, die Kritik der teleologischen Urteilskraft, gilt den Organismen und der Zweckmäßigkeit der Natur. Das Buch legte die Grundlagen der modernen Ästhetik und wirkte tief auf Schiller, Goethe und die ganze deutsche Romantik.