Lu Xun
Lu Xun, geboren 1881 als Zhou Shuren in einer verarmten Gelehrtenfamilie in Shaoxing, Zhejiang, lernte früh die Kälte der Welt kennen: Sein Großvater kam wegen eines Prüfungsskandals ins Gefängnis, sein Vater starb nach langer Krankheit. 1902 ging er zum Studium nach Japan und ließ sich in Sendai zum Arzt ausbilden, doch als er im Hörsaal ein Lichtbild sah, auf dem eine chinesische Menge der Hinrichtung eines Landsmanns zuschaute, schloss er, dass die Medizin nicht das Wichtigste sei: Um den Geist seines Volkes zu ändern, komme zuerst die Literatur. Er gab die Medizin für das Schreiben auf. 1918 veröffentlichte er unter dem Namen Lu Xun das „Tagebuch eines Verrückten“, die erste moderne chinesische Erzählung in der Umgangssprache. Danach schrieb er ein großes Werk aus Erzählungen, Essays und Streitschriften sowie eine bahnbrechende Geschichte der chinesischen Erzählliteratur und gilt als Begründer der modernen chinesischen Literatur.