Rubén Darío
Rubén Darío, geboren 1867 als Félix Rubén García Sarmiento in einem kleinen Ort Nicaraguas, wuchs nach der frühen Trennung seiner Eltern bei einer Großtante auf. Er konnte mit drei lesen und war schon als Halbwüchsiger in ganz Mittelamerika als „Kinderdichter“ berühmt. Mit neunzehn ging er nach Chile, wo er in Armut die französischen Symbolisten und Parnassiens durchlas, und veröffentlichte 1888 Azul, das die spanischsprachige Literaturwelt erschütterte. Danach war er Diplomat Nicaraguas und anderer Länder und Korrespondent der Zeitung La Nación aus Buenos Aires und pendelte jahrelang zwischen Buenos Aires, Paris und Madrid. Er begründete und führte den Modernismo, der Versmaß und Sprache der spanischen Dichtung von Grund auf erneuerte, sodass die lateinamerikanische Literatur zum ersten Mal umgekehrt auf Spanien wirkte. In seinen letzten Jahren, von Trunk, Armut und Krankheit zermürbt, kehrte er nach Nicaragua zurück und starb neunundvierzigjährig in León.