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Friedrich Schiller

Über die ästhetische Erziehung des Menschen

1795 · Originaltext

Philosophie und DenkenAufklärung

Demnächst Die Übersetzung dieses Werkes ist in Vorbereitung und erscheint demnächst in der Bibliothek.

Einleitung

Diese siebenundzwanzig Briefe waren ursprünglich an den dänischen Prinzen von Augustenburg gerichtet, der dem kranken Schiller ein Jahrgeld gewährt hatte. Die Französische Revolution war inzwischen in die Schreckensherrschaft umgeschlagen, und Schiller fragt, warum eine Revolution, die die Freiheit wollte, in Gewalt entartet. Seine Antwort: Ehe der Mensch politische Freiheit erringen kann, muss er innerlich frei werden, und der Weg zur Freiheit führt durch die Schönheit. Der Mensch habe zwei Triebe, den sinnlichen Trieb, der Veränderung und Leben sucht, und den Formtrieb, der Beharrung und Gesetz sucht; erst im „Spieltrieb“ werden sie vereint: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Die Schönheit stellt den Menschen in seiner Ganzheit wieder her, und die ästhetische Erziehung ist der Weg zu vollständiger Menschlichkeit und zur politischen Freiheit. Als Klassiker der deutschen Ästhetik wirkte das Buch tief auf Hegel und Marx.