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Konfuzius

551–479 BC

Konfuzius – chinesisch Kong Qiu, verehrt als Kongzi, „Meister Kong“ – wurde 551 v. Chr. im kleinen Staat Lu geboren, in der heutigen Provinz Shandong im Osten Chinas. Seine Familie gehörte dem niederen Adel an und war in schwierige Verhältnisse geraten; sein Vater starb, als er ein kleines Kind war, und er wuchs in Armut auf. Als junger Mann hatte er bescheidene Ämter inne, als Verwalter von Kornspeichern und Herden, und mit fünfzehn Jahren „richtete er“, wie er selbst sagt, „sein Herz auf das Lernen“.

Das China seiner Zeit war unter rivalisierende Staaten aufgeteilt, die dem niedergehenden Haus Zhou nur dem Namen nach ergeben waren. Konfuzius blickte auf die Gründer der Zhou-Dynastie zurück, vor allem auf den Herzog von Zhou, als Vorbilder einer Herrschaft durch Tugend und Riten statt durch Gewalt. Er sammelte Schüler aus allen Schichten der Gesellschaft – die Überlieferung spricht von dreitausend – und lehrte sie die Klassiker der Dichtung, der Geschichte und der Riten sowie die Bildung des Charakters. Eine Zeit lang bekleidete er Ämter in Lu; dann, mit etwa fünfundfünfzig Jahren, brach er zu langen Wanderjahren von Staat zu Staat auf, auf der Suche nach einem Herrscher, der seine Lehre in die Tat umsetzen würde. Keiner tat es. Im Alter kehrte er nach Lu zurück und starb dort 479 v. Chr.

Er schrieb kein eigenes Buch. Seine Aussprüche und Gespräche wurden von seinen Schülern und deren Nachfolgern im Lunyu, den Gesprächen, gesammelt, die mit den Kommentaren späterer Gelehrter mehr als zweitausend Jahre lang die Grundlage der Bildung in China waren und sich nach Korea, Japan und Vietnam verbreiteten. Seit dem zweiten Jahrhundert v. Chr. war die konfuzianische Lehre die Grundlage der kaiserlichen Beamtenprüfungen, und in jedem Kreis des Reiches stand ein Konfuziustempel.

Seine Lehre kreist um ren, die Menschlichkeit, die einen Menschen erst ganz zum Menschen macht; um li, die Riten und Formen, die den menschlichen Beziehungen Ordnung und Anmut geben; um Kindespietät, Lernen und die Gestalt des junzi, des Edlen, dessen Autorität auf Tugend und nicht auf Geburt beruht. Wenige Denker der Geschichte haben das Leben so vieler Menschen so lange geprägt.

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