Ariel
Demnächst Die Übersetzung dieses Werkes ist in Vorbereitung und erscheint demnächst in der Bibliothek.
Einleitung
Am letzten Tag des Schuljahres sitzt ein alter Lehrer, den seine Schüler „Prospero“ nennen, im Klassenzimmer neben einer Bronzestatue und hält ihnen eine Abschiedsrede. Die Statue stellt Ariel dar, den Luftgeist aus Shakespeares Sturm, Sinnbild des edlen Teils des menschlichen Geistes, der Vernunft, des Schönheitssinns und der selbstlosen Ideale; ihm gegenüber steht das hässliche Ungeheuer Caliban, Sinnbild grober Begierde und des Nützlichkeitsdenkens. Der Lehrer ermahnt die Jugend Amerikas, die Begeisterung der Jugend zu bewahren und die allseitige Entfaltung der Persönlichkeit zu suchen, statt das geistige Leben von Fachberufen und Gewinnstreben ersticken zu lassen; die Demokratie müsse auf Bildung und Achtung vor dem Hervorragenden gründen, sonst verkomme sie zur Herrschaft des Mittelmaßes. Er kritisiert die damals in Lateinamerika verbreitete Mode, die Vereinigten Staaten blind zu bewundern und nachzuahmen, denen es trotz ihrer erstaunlichen Leistungen an Reichtum und Tüchtigkeit an geistiger Höhe fehle. Dieser lange Essay in Redeform prägte eine ganze Generation lateinamerikanischer Intellektueller und begründete den sogenannten „Arielismus“.