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Rainer Maria Rilke

1875–1926

Rainer Maria Rilke wurde 1875 in Prag geboren; sein Vater war Eisenbahnbeamter, und seine Mutter, die um eine verlorene Tochter trauerte, kleidete ihn als kleines Kind wie ein Mädchen. Mit elf kam er auf eine Militärschule, wo er fünf qualvolle Jahre verbrachte, ehe er sie krankheitshalber verließ. Er studierte an den Universitäten Prag, München und Berlin und lernte mit zweiundzwanzig die vierzehn Jahre ältere Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé kennen, mit der er zweimal tief bewegt durch Russland reiste. Mit siebenundzwanzig ging er nach Paris, um eine Monographie über den Bildhauer Rodin zu schreiben, wurde später dessen Sekretär und lernte von ihm, mit der Geduld eines Handwerkers zu „schauen“ und zu arbeiten. Sein Leben lang wanderte er ohne festes Zuhause, wohnte auf Schlössern und bei Freunden in ganz Europa und ließ sich zuletzt im Château de Muzot in der Schweiz nieder, wo er die Duineser Elegien und die Sonette an Orpheus vollendete. Er starb mit einundfünfzig an Leukämie.

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