Die nachträglichen Memoiren des Brás Cubas
Demnächst Die Übersetzung dieses Werkes ist in Vorbereitung und erscheint demnächst in der Bibliothek.
Einleitung
„Dem Wurm, der als Erster am kalten Fleisch meines Leichnams nagte, widme ich in wehmütiger Erinnerung diese nachträglichen Memoiren.“ Der Erzähler dieses Romans ist ein Toter: Brás Cubas, ein reicher Herrensohn aus Rio de Janeiro, mit vierundsechzig an einer Lungenentzündung gestorben, beschließt, sein Leben aus dem Grab heraus zu erzählen. Er beginnt mit seinem eigenen Begräbnis und blickt dann zurück auf seine verwöhnte Kindheit, den in Coimbra erbummelten Abschluss, seine erste Liebe zur Kurtisane Marcela, seine lange Affäre mit der verheirateten Virgília, seine gescheiterten Versuche, ins Parlament zu kommen und ein „Pflaster gegen die Schwermut“ zu erfinden, und seinen Freund Quincas Borba, einen Verrückten, der seine eigene Philosophie, den „Humanitismus“, gegründet hat. Das Buch besteht aus hundertsechzig kurzen Kapiteln, eines nur ein Satz, eines nur Auslassungspunkte, und der Erzähler tritt immer wieder hervor, um den Leser zu necken. Das letzte Kapitel heißt „Von den Negativa“: Er bilanziert, das einzige Positive seines Lebens sei, keine Kinder gehabt und „keinem Geschöpf das Erbe unseres Elends weitergegeben“ zu haben. Der Roman begründete den brasilianischen Realismus.